Wie entsteht Hausstaub und wie wird man ihn am besten los?

Ganz allgemein gesagt, setzt sich Staub aus kleinen Partikeln zusammen, die durch die Luft schweben. Er lagert sich in einer dünnen Schicht auf Oberflächen ab. Hausstaub ist eine Bezeichnung für Verunreinigungen, die in geschlossenen Räumen entstehen. Seine Zusammensetzung hängt vom Lebensstil der Bewohner der Wohnräume ab. Die Mischung setzt sich aus organischen und anorganischen Stoffen zusammen. Wenn beispielsweise Tiere im Haushalt leben, gehören auch Tierhaare dazu. Wie in Untersuchungen nachgewiesen wurde, besteht Hausstaub jedoch zum größten Teil aus unkritischen Fasern von Hautschuppen, Teppich, Polstern und Kleidung. Gefahren bestehen aber für Menschen, die eine Hausstauballergie haben und durch selten auftretende Bestandteile, wie Schimmelsporen oder Ausscheidungen von Hausstaubmilben beeinträchtigt werden.

Besonderheiten beim Hausstaub

Die Entstehung von Staub kann niemand verhindern. Auch der Mensch selbst trägt zum Hausstaub bei: Er verliert durchschnittlich 1,5g Hautschuppen pro Tag. Diese zählen zum organischen Bestandteil des Hausstaubs. Deutlich erhöht wird die Staubanreicherung,  wenn bspw. zwei Menschen über einen Teppich laufen sowie beim Staubwischen und Staubsaugen. Daher sollten Menschen mit Allergien und Asthma aufpassen und beim Staubsaugen spezielle Filter verwenden, die den Staubeintrag in die Luft reduzieren. Übrigens: Teppiche haben eine zehnmal höhere Staub-Emissionsrate als beispielsweise Holz. Dennoch lässt sich ein glatter Bodenbelag nicht als vorteilhafter pauschalisieren. Durch die glatte Oberfläche werden die Partikel schneller wieder aufgewirbelt und gelangen so auch in die Atemluft.

„Wollmäuse“ – gerade entfernt und doch schon wieder da…

Staubflusen entstehen dadurch, dass ein Luftzug über eine glatte Fläche streicht und kleine Teilchen ablöst. Wie beim Rollen einer Schneekugel vergrößert sich die Ansammlung von Staub bis eine „Wollmaus“ entstanden ist. Das wirksamste Mittel dagegen ist regelmäßiges feuchtes Wischen von glatten Böden. Dagegen ist Fegen zu vermeiden, weil dabei weiterer Staub aufgewirbelt wird. Unter Schränken und in schwer zugänglichen Ecken herrscht oft ein leichter Luftzug über dem Boden, weshalb der Eindruck entsteht, dass trotz regelmäßigen Wischens der Staub eine Übermacht erhält. Die Lösung liegt darin, die schwer zugänglichen Bereiche der Wohnung ebenfalls mit abzustauben.

Woman at home, doing chores and housekeeping, wiping floor with water in living room. Focus on floor and mop

Feucht durchwischen entfernt auf glatten Fußböden am besten Staub — ©diego cervo | Fotolia

Die optimale Luftfeuchtigkeit in den Zimmern verringert darüber hinaus das Risiko, dass mehr Staubpartikel durch die Luft schwirren können, denn kleinste Wassertröpfchen in der Luft binden die kleinen Partikel an sich. Im Winter herrscht aufgrund der Heizung oft ein zu trockenes Raumklima. Diesem Umstand kann durch regelmäßiges Stoßlüften entgegen gewirkt werden. Für ein durchschnittlich großes Zimmer sind vier bis sechs Minuten notwendig, damit die Luft komplett getauscht werden kann. Durch das verbesserte Raumklima reduziert sich auch die Schimmelgefahr, die durch zu starke Feuchtigkeit in der Wohnung ansteigt. Ist kein Schimmel in der Wohnung, ist auch der Staub weniger gesundheitsbedenklich. Um den Einfluss von Feuchtigkeit in der Wohnung bestmöglich zu verteilen kann auch die feuchte Luft nach dem Duschen verwendet werden. Durch das Öffnen der Badezimmertür gelangt sie in die Wohnung. So ist ein Ausgleich zwischen dem sehr feuchten Bad und der trockeneren Luft in der Wohnung zu erzielen. Im Ergebnis wird in der gesamten Wohnung weniger Staub aufgewirbelt, was sich positiv auf die Atemluft auswirkt. Ob Allergiker oder nicht, die durch Lüften und andere kleine Maßnahmen verbesserte Raumluft wirkt sich direkt auf die Lebensqualität aus. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas können Luftbefeuchter oder Pflanzen sein, aber diese können das Lüften nicht ersetzen, sondern es nur unterstützen.

Hausstauballergie – Milben sind die Ursache

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Die Hausstaubmilbe – Ihr Kot löst Allergien und Unwohlsein aus. — ©PRILL Mediendesign | Fotolia

Bei einer Hausstauballergie sind Milben die Ursache. Sie ernähren sich von Staub und ihre kleinen Kotbällchen sind die Ursache für Allergien. Wirksamstes Mittel dagegen ist, die Milben auszuhungern. Man nimmt ihnen die Lebensgrundlage, indem die Raumtemperatur nicht zu warm ist und das Raumklima nicht zu feucht. Milben finden ihre Nahrung in Form von Hausstaub und menschlichen Hautpartikeln vor allem in Matratzen, Oberbetten und Polstermöbeln. Im Hinblick auf das Bett sei dazu geraten, die Bettwäsche regelmäßig zu wechseln und zu reinigen, weil dadurch weniger Partikel für die Milben übrig bleiben. Das Bett aufschütteln hat hingegen zwei Seiten: Einerseits schüttelt man die Milben aus der Bettwäsche, andererseits verteilt man diese in der Luft.

Über Kontrolle des Raumklimas zur Kontrolle über den Staub

Ob das Raumklima zu feucht oder zu trocken ist lässt sich leicht mit einem Hygrometer bestimmen. Auch die Innenwände übernehmen einen wichtigen Part in der Regulierung des Raumklimas. Dies ist auch zu beachten, wenn man die Luftfeuchtigkeit misst. Zwischen Altbau mit Ziegeln und Passivhäusern bestehen gravierende Unterschiede. Ein Altbau „atmet“, was bedeutet, dass er auch aktiv Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Passivhäuser verfügen meistens über eine Be- und Entlüftung, weshalb andere Grundsätze zum Lüften mit dem Fenster gelten. Man muss hier nicht unbedingt so oft lüften, wie bei einer „normalen“ Wohnung. Doch nicht nur das Mauerwerk hat einen Einfluss auf das Raumklima und damit auch auf den Staub in der Wohnung. Die Möbel in der Wohnung unterliegen ebenfalls dieser wechselseitigen Beeinflussung. Manche Möbel sind in der Herstellung mit Schadstoffen in Berührung gekommen, die dann über die Luft auch in den Staub geraten können. Möbel mit schlichter Optik und klaren Linien lassen sich auch leichter entstauben, weil sich hier weniger Angriffsfläche bietet. Auch ist es förderlich die Zimmer nicht „zuzustellen“, weil so die Luft besser im Raum zirkulieren kann. Auch der Staub ist dann leichter durch Wischen zu entfernen.

Bildnachweis Titelbild: Hausstaub: ©Friedberg | Fotolia

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