Der Schall in Wohnungen – und was dagegen getan werden kann

Viel Platz soll die neue Wohnung haben, hochwertige Materialien sollen verbaut und natürlich sollen die Räume lichtdurchflutet sein. Doch häufig sorgen gerade diese Gegebenheiten dafür, dass Wohnräume über eine schlechte Raumakustik mit vielen Störfaktoren verfügen. Doch die Geräusche und die schlechte Akustik sorgen über kurz oder lang dafür, dass der Bewohner sich in seinen eigenen vier Wänden nicht besonders wohl fühlt.

Welche Arten von Schall gibt es?

Unterschieden wird hier in Körperschall und Luftschall. Körperschall beschreibt die Ausbreitung von Geräuschen in Flüssigkeiten (Wasserleitungen) und Feststoffen (Wände, Fußböden, Decken). Der in Wasserleitungen und Wänden eingebrachte Körperschall resultiert immer in Luftschall, der dann vom Ohr wahrgenommen wird. Sehr lauter Luftschall, beispielsweise von vorbeifahrendem Verkehr, kann auch auf Wände und Fenster in Körperschall gewandelt werden. Im Rauminneren erzeugen die in Schwingung gebrachten Fenster und Wände dann wieder hörbaren Luftschall.

Welche Ursachen hat die schlechte Raumakustik?

Vor allem ausgedehnte Wohnflächen spielen hier eine große Rolle, denn hier kann sich der Luftschall entfalten und gut ausbreiten. Begünstigt wird die Schallübertagung auch durch glatte Oberflächen, welche dem Schall dabei helfen sich auszubreiten und ihn zudem noch verstärken. Doch was kann gegen den nervigen Schall unternommen werden? Ein paar Möglichkeiten werden im Folgenden des Textes beleuchtet.

Der große Raum und die passenden Möbel

Wie bereits erwähnt, ist die Größe des Raumes ein bedeutender Punkt für die Ausbreitung des Schalls. Dem kann entgegengewirkt werden, in dem die Räume kleiner gestaltet werden. Keine Angst, hierfür muss nicht die Wohnung umgebaut werden: Es reicht beispielsweise schon einen Raumtrenner einzubauen. Eine Schiebetür aus Glas sieht nicht nur modern aus und erhält die offene Struktur des Raumes, sondern schirmt zusätzlich auch den Schall zum Nachbarzimmer ab. Aber auch bei der Gestaltung der Möbel im Raum kann einiges beachtet werden, sodass der Schall vermindert wird. Große Schrankwände gepaart mit offenen Möbeln sorgen dafür, dass der Schall abgefangen wird und somit die Raumakustik um einiges besser ist.

Hier wird mit Glas-Schiebtür und Teppich störender Luftschall vermindert.

Sind viele Textilien, wie Teppiche oder Sofas/Sessel, im Raum verteilt, dann wirkt sich dies positiv auf die Geräuschkulisse im Raum aus. Immerhin schlucken die Textilien die Geräusche und so wird es nachweißlich ruhiger im Zimmer. Gibt es in der Wohnung also viele leere Wände, da ihre Bewohner eine minimalistische Einrichtung bevorzugen, sollten dringend Eichrichtungsgegenstände mit textilen Oberflächen her – ob Teppich, Sofa oder auch Vorhänge. Mit ihnen kehrt in den eigenen vier Wänden Ruhe ein. Wer es etwas extravaganter mag, der kann natürlich auch auf Wandteppiche oder textile Bilder zurückgreifen. Diese wirken ebenfalls Wunder gegen den Schall und dämpfen ihn ein.

Die Küche – der lauteste Raum

In den meisten Haushalten ist die Küche voller Leben. Es wird gekocht, geschnitten und mit Geschirr geklappert. Hinzu kommen noch die vielen Küchengeräte, welche ebenfalls geräuschintensiv sind. Auch in der Küche kann der Kampf gegen schlechte Akustik geführt werden. Zunächst muss darauf geachtet werden, dass es der Ursache des Geräusches an den Kragen geht. Es ist darauf zu achten, dass hochwertige Küchengeräte erworben werden. Neuere Modelle sind in der Regel fortschrittlicher und arbeiten deutlich leiser. Wer auf Nummer sicher gehen will, der sollte in den technischen Datenblättern der Geräte nachsehen. Dort wird oft ein Schallpegel angegeben. Aber auch außerhalb der Küche wird bei Elektrogeräten, wie dem Staubsauger, dieser Wert angegeben.

Ein schlechtes Beispiel: Viele große Flächen und glatte Oberflächen sorgen für eine laute Küche.

Kleine Tricks

Schnelle Wirkung um Geräusche zu verhindern, erzielen dämmende Unterlagen. Steht die Waschmaschine auf einer solchen, dann werden die übertragenen Geräusche um ein Vielfaches reduziert. Auch viele Fußböden sind nur mühevoll leise zu begehen: Hohe Schuhe auf Holz. Diesen in die Böden eingebrachten Körperschall (Trittschall) hören Bewohner und Nachbarn ganz bestimmt! Auf Teppich sieht dies jedoch anders aus, weshalb viele Teppiche ein schnelles und hilfreiches Mittel gegen Lärm sind. Auch Filzgleiter unter Stühlen und Tischen sind effizient, günstig und schnell zu befestigen, sodass eine sofortige Wirkung erzielt wird. Gerade auf der Treppe entstehen viele Geräusche beim Laufen: Hierfür gibt es nun Stufenmatten mit Trittschalldämpfung. Diese absorbieren die Geräusche noch besser.

Größere Maßnahmen gegen den Lärm

In fast jedem Haus hören die Bewohner das Wasser durch die Leitungen fließen – ob beim Duschen oder dem Gang auf die Toilette. Und das kann natürlich sehr nervig sein. Um dies zu unterbinden müssen jedoch größere Schritte vorgenommen werden. Werden die Rohre mit Rohrschellen entkoppelt und zusätzlich eingedämmt, dann ist von dem fließenden Wasser im Innenraum nichts mehr zu hören. Auch hochwertige Mischbatterien in Dusche und Waschbecken mindern die Fließgeräusche, da diese wegen besserer Bauweise im Innern weniger „Turbulenzen“ erzeugen sollten.

Gut gemacht! Sitzsäcke, Pflanzen, ein Sofa und ein Teppich sorgen für Ruhe.

Knarrender Holzboden kann mit professioneller Hilfe wieder geräuscharm gemacht werden. Die gelösten Nägel müssen nur wieder fachmännisch befestigt werden. Auch bei dem Kampf gegen Geräusche von draußen, sollte mit Dämmung gearbeitet werden. Hierbei sind in der Regel die Dichtungen zwischen Fenster und Wand das geräuschdurchlässige Element. Auch durch Türen können die Geräusche dringen. Dies sollte ebenfalls überprüft werden.

Fazit

Luftschall und Körperschall in den eigenen vier Wänden kann auf unterschiedlichsten Wegen entgegengewirkt werden. Häufig reichen schon kleine Veränderungen, um eine angenehmere Geräuschkulisse in seinem Zuhause zu erreichen.

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