Wodurch kann Schimmel in Wohnungen und Häusern entstehen?

Schimmel in der Wohnung ist nicht nur optisch ein absolutes "No Go". Wegen seiner hohen Gesundheitsgefährdung ist er, wenn einmal entstanden, am besten sofort mit den geeigneten Mitteln zu entfernen. Am besten natürlich dauerhaft.

Wodurch kann Schimmel in Wohnungen und Häusern entstehen?

Nicht ausreichendes Lüften der Wohnräume über einen längeren Zeitraum ist mit Sicherheit ein Faktor, der zu Schimmelbildung führt. Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn man gerne mal die Fenster geschlossen hält (es ist ja gerade so schön kuschelig warm), ist die Gefahr besonders hoch.

Doch auch durch Risse am Dach oder der Fassade kann Feuchtigkeit in die Räume dringen und Schimmelbildung hervorrufen. Nicht selten entsteht Schimmel auch durch alte Rohbrüche, die lediglich kaschiert anstatt fachmännisch beseitig wurden.

Welche Gefahren gehen von einer Schimmelbildung aus?

Eine Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilz in der Wohnung ist mittlerweile medizinisch nachgewiesen. Wie stark hängt allerdings von der Empfindlichkeit der Bewohner ab. Auch sind nicht alle der ca. 100 Schimmelpilzarten gesundheitsschädlich. Bei solchen, die Schimmelpilzgifte(Mykotoxine) bilden, ist äußerste Vorsicht geboten. Um die Gefährlichkeit zu bestimmen, sind spezielle Laboruntersuchungen erforderlich.

Gefahren für die Bausubstanz

Die Zerstörung von Bausubstanz durch Schimmelpilz lässt sich in drei Kategorien unterteilen:

Allen Zerstörungsprozessen liegt direkt oder indirekt ein zu hoher Feuchtigkeitswert zugrunde. Feuchtigkeit im Mauerwerk führt zu einer negativen Beeinflussung der Wandtemperatur sowie des Feuchtigkeitsgehaltes und der Raumtemperatur. Somit sind bei einem Schimmelbefall die wichtigsten Faktoren für ein wohliges und gesundes Raumklima negativ betroffen.

Gefahren für die Bewohner

Eine Schädigung der inneren Organe, Haut- und Schleimhautreaktionen sowie schwere Atemwegserkrankungen können von Schimmelbefall ausgelöst werden. Auch Kopfschmerzen bis hin zu Migräneanfällen sind möglich. Häufig beginnt der Erkrankungsweg unbemerkt mit Schlaflosigkeit, Konzentrationsproblemen, Antriebslosigkeit und ähnlichen Symptomatiken.

Wie kann Schimmel vermieden werden?

Innerhalb der Räume muss immer gut gelüftet werden. Am besten 3-mal pro Tag für 3 bis 5 Minuten ordentlich quer lüften. Nach einer energetischen Sanierung mit entsprechenden Komplettfenstern sollte zusammen mit dem Architekten ein Lüftungskonzept erstellt werden. Steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 65%, muss generell gelüftet werden. Sehr hilfreich ist in diesem Zusammenhang die konstante Messung der Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer.

Hat das Badezimmer kein Fenster öfters die Ventilation einschalten, damit die hohe Luftfeuchtigkeit abgeführt werden kann. Wenn keiner zu Hause ist, kann die Badezimmertür offen bleiben. So verteilt sich die Luftfeuchtigkeit ein wenig. Es kann auch nicht schaden, die Räume 2 bis 3-mal pro Jahr auf anfängliche Schimmelspuren hin zu kontrollieren. So wird zumindest ein Fortschreiten des evtl. Befalls vermieden. Auch Wäschetrocknen in der Wohnung ist ein absolutes "No Go".

Wie kann Schimmel beseitigt werden?

Sind Decken und Wände von Schimmel befallen, ist es ratsam, Fachleute mit der Untersuchung zu beauftragen. Eventuell müssen hinter den Verschalungen die Hohlräume freigelegt werden. Auch Hohlräume hinter Decken und Wänden müssen häufig freigelegt werden. Nur so kann in vielen Fällen die Schimmelpilzquelle erreicht und beseitig werden. Bevor die Hohlräume wieder verschlossen werden können, ist eine vollständige Trockenlegung (evtl. mit Raumlufttrockner) und Abtragung des Schimmels mit Spezialmitteln erforderlich. Aktiv befallenes Holz ist kaum zu sanieren und muss in den meisten Fällen entsorgt werden. Anfänglicher und oberflächlicher Schimmelbefall kann mit Äthanol (Brennspiritus) entfernt werden.

ACHTUNG:
Immer Mundschutz und Schutzhandschuhe tragen. Von der Verwendung fungizidhaltiger Lösungen (Pilzbekämpfungsmittel) rät das Umweltbundesamt ab. Man weiß bisher nicht, wie lange diese Wirkstoffe in den Innenräumen verbleiben und evtl. zusätzlich einen gesundheitlichen Schaden verursachen.

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