Umweltbewusst wohnen – Wie geht das? – Teil 4: Temperatur

Im letzten Teil unserer vierteiligen Serie „Green Living – Wie geht umweltbewusstes Wohnen?“ erfahren Sie diesmal mehr über die Temperatur. In diesen vier Beiträgen gibt es wichtige Informationen zu diesem neuen Trend. Lesen Sie auch die Artikel zu den Raumklima-Faktoren FlächeLuft und Licht. Diese Größen optimieren kombiniert die Wohlfühlformel für das perfekte Raumklima.

Die richtige Temperatur hängt vom Raum ab

Damit man sich wohlfühlt ist die Temperatur im Haus wichtig, diese ist aber nicht in allen Räumen gleich. Im Interesse der Umwelt sollte dies beim Heizen und Kühlen beachtet werden. Die Empfehlung für die Küche liegt bei ca. 18°C, im Schlafzimmer sind es ungefähr 17°C, im Wohnzimmer zwischen 20 und 23°C und im Kinderzimmer darf es mit etwa 23°C etwas wärmer sein, besonders wenn die Kinder noch klein sind. Vorsicht im Kinderzimmer: auch hier sollten nachts kühlere Temperaturen von um die 17 Grad herrschen. Um diese Temperaturbereiche in den einzelnen Räumen zu erreichen beziehungsweise zu halten, gibt es verschiedene Stellschrauben, die im Folgenden beschrieben werden.

Nachhaltig Bauen und gut Dämmen

Eine gute Bausubstanz hilft am besten beim Sparen von Heizkosten. Sie hat einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch des Gebäudes. Daher sind hochwertige Fenster und gut gedämmte Wände und Dächer für konstante Temperaturen im Hausinneren essentiell. Das Haus bleibt im Sommer länger kühl und im Winter entweicht die Wärme schlechter nach außen. Für beständigere Temperaturen helfen Jalousien, die den Dämmwert weiter erhöhen. Dies gilt im Sommer wie im Winter. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, dass die genutzten Räume dadurch nicht zu dunkel werden, denn das Licht einzuschalten, weil die Sonne ausgesperrt wurde, trägt nicht zum Wohlbefinden bei und ist außerdem nicht umweltbewusst. Auch Spiegelfolien, die auf der Glasaußenseite angebracht werden, helfen maßgeblich gegen die Aufwärmung im Sommer. Man sollte außerdem auf die Wartung der technischen Anlagen achten. Heizkörper regelmäßig entlüften und die Lamellen mit einer Reinigungsbürste reinigen, spart Energie und schont so die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Die Gummidichtungen von Fenster und Türen sollten regelmäßig überprüft und ggf. ersetzt werden.

Richtig Lüften

Beim Thema Temperatur kann man viel durch richtiges Lüften erreichen. Oftmals wird der Fehler gemacht, dass nur wenig und damit falsch gelüftet wird. Immer wenn große Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen herrschen, die Innentemperatur aber gehalten werden soll, gilt, dass Stoßlüften am besten ist. Dabei wird mehrfach am Tag für wenige Minuten das Fenster weit geöffnet. So kann frische Luft ins Haus, die Raumtemperatur schwankt aber nur kurzzeitig.  Ein gekipptes Fenster ist nicht zu empfehlen, denn dadurch heizt ein Raum sich nur auf/kühlt aus, der Luftaustausch wird aber gehemmt.

Richtig Heizen Kühlen der Räume

Gibt es mittlerweile für unter 15 € in jedem Baumarkt: Digitale Thermostate zum Nachrüsten für die meisten Heizungstypen sind programmierbar und haben sich meist nach bereits einer Heizsaison amortisiert. — ©antic – stock.adobe.com

Für schnelles Heizen und Kühlen sollte im besten Fall keine große Temperaturdifferenz überwunden werden. Im Umkehrschluss heißt das, dass es energiesparend ist, wenn die Klimaanlage oder die Heizung die Temperatur weitestgehend konstant halten. Dieses Verhalten kann mit Thermostaten entsprechend geregelt werden.  Bei kurzer Abwesenheit aus dem Haus sollten daher die Heizung bzw. Klimaanlage nicht ausgeschaltet werden und auch bei längerer Abwesenheit sollte die Temperatur um nicht mehr als 3 bis 5 °C  unter dem normalen Wert liegen. Ansonsten verlieren die Möbel und das Gemäuer zu viel Energie, die beim Aufheizen/Abkühlen erst wieder teuer und zeitintensiv investiert werden müssen. Durch ein programmierbares Thermostat können die Heizkosten um bis zu 30 % gesenkt werden, ohne dass das Wohlbefinden beeinflusst wird.

Zur richtigen Zeit lüften

Die Außentemperatur verändert sich je nach Tageszeit und das kann man zum ausgiebigen Lüften gerade im Sommer nutzen. Dann sollte man nachts, morgens oder abends ausgiebig lüften. Dann ist die Luft noch angenehm kühl und die im Haus kann so ohne Energieaufwand gesenkt werden. Jalousien und Scheibenfolien helfen tagsüber die Hitze draußen zu halten.  Wer mag, kann auch bei offenem Fenster schlafen, um die Temperatur über Nacht zu senken. Im Winter helfen Jalousien auch gegen die Abkühlung über die Fenster und sollten daher geschlossen werden. Lüften sollte man im Winter nachts nur in Ausnahmefällen, da es nachts noch kälter ist als tagsüber.

Tipps für eine angenehme Temperatur

Werden Heizkörper mit Möbeln, Vorhängen oder Sitzgelegenheiten blockiert oder sogar mit anderen Gegenständen abgedeckt, dann kann die Wärme schlechter in den Raum gelangen. Deshalb sollten sie von Heizkörper mindestens 10cm Abstand haben. Elektrische Heizlüfter und Klimaanlagen sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden, denn sie verbrauchen sehr viel Energie und helfen meist nur kurzzeitig und punktuell. Gerade zum Heizen gibt es deutlich effektivere und günstigere Alternativen.  Beispielsweise die Raumtemperatur um 1°C zu senken – das spart viel Energie und man merkt den Unterschied nach einer kurzen Gewöhnungsphase nicht mehr. Es sollte aber nicht zu kühl werden, sonst droht die Gefahr von Schimmelbildung.

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten die Raumtemperatur umweltschonend und günstig zu regeln. Kleine Investitionen wie programmierbare Thermostate zahlen sich meist schon im ersten Jahr aus und schonen dann nicht nur den Geldbeutel, sondern tragen auch positiv zum Wohlbefinden bei. Aber nicht nur die Temperatur ist Teil unserer Serie zum „Green Living“. Lesen Sie auch die anderen drei Teile mit den Themen „Fläche“, „Luft“ und „Licht“ an. Mit der Beachtung all dieser kleinen aber feinen Tipps steht dem Wohlfühlklima nichts mehr entgegen.

Bildnachweis Titelbild: ©Piotr Marcinski – stock.adobe.com

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