Umweltbewusst wohnen – Wie geht das? – Teil 1: Fläche

In unserer neuen vierteiligen Serie „Green Living – Wie geht umweltbewusstes Wohnen?“ stellen wir Ihnen vier Beiträge zu diesem Trend vor. Auch Green Living benötigt für das perfekte Raumklima die Optimierung der Faktoren „Fläche + Luft + Licht + Temperatur“. Getreu dieser Wohlfühlformel von Raumklima-Plus.de beginnen wir die Reihe mit dem Thema „Fläche“ und wünschen viel Spaß beim Lesen.

Umweltbewusst wohnen – Wie geht das?

Jeder kann umweltbewusster wohnen. Schon mit kleineren Maßnahmen können bereits beachtliche Verbesserungen erzielt werden. Am effizientesten ist die Berücksichtigung solcher Maßnahmen gleich zu Baubeginn eines Wohnhauses, da das Baumaterial einen großen Einfluss auf viele Aspekte des Wohnens hat.

Nachhaltiges Bauen

Durch das wachsende Umweltbewusstsein vieler Bauherren ist auch die Verfügbarkeit von umweltfreundlichen Baustoffen gestiegen. Gerade im Bereich des Bauwesens ist es besonders wichtig auf Nachhaltigkeit zu achten, da bereits beim Hausbau der Grundstein für „grünes“ Wohnen gelegt wird. Nachhaltige Baustoffe sollten recyclebar sein sowie aus möglichst nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Das betrifft auch den Herstellungsprozess als solchen sowie die Transportkette und die Nutzung.

Damit Laien keine Schwierigkeiten haben, solche Standards zu überblicken, gibt es die Environmental Product Declaration (EPD). Diese Umweltproduktdeklarationen sind die Grundlage für die spätere Bewertung der Energieeffizienz eines Hauses.  Jedes einzelne Bauteil wird zur Bewertung herangezogen und trägt zur gesamten Energiebilanz bei. Gleichzeitig muss das Gebäude in seiner Gesamtheit betrachtet werden. Der Vorteil der EPD liegt darin, dass die einzelnen Teile nicht nur Informationen über die Nachhaltigkeit eines Produktes aufweisen, sondern auch über alle relevanten Umweltwirkungen. Neben dem Treibhauseffekt werden auch Versauerung und Überdüngung mit in Betracht gezogen. Zudem finden sich in der EPD Informationen über Druckfestigkeit, Lebensdauer oder Schalldämmung.

Nun stellt sich für viele Bauherren oder Planer die Frage, wie sie herausfinden können, ob ihre Baumaterialien umweltfreundlich und nachhaltig sind. Zu diesem Zweck stellt das Institut Bauen und Umwelt e.V. auf seiner Webseite das EPD Online Tool zur Verfügung. Dort kann jeder prüfen, ob die verwendeten Materialien den Anforderungen entsprechen.

Möbel geschickt zum Energie sparen einsetzen

Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass auch die Auswahl ihrer Möbel beim umweltbewussten Wohnen eine Rolle spielt. Ein Punkt ist die Nachhaltigkeit der Möbel an sich. Wie bei den Baumaterialien gehören zu diesem Aspekt die Rohstoffquelle, der Transport, die Recyclebarkeit und weitere Eigenschaften. Eine Option ist es, die Möbel einfach gebraucht zu kaufen und sich damit der Frage der Nachhaltigkeit ein Stück weit zu entledigen. Die Anschaffung gebrauchter Möbel spart aber natürlich Ressourcen und Energie.

Mehr Holz geht wirklich nicht. Harmonische Raumaufteilung und viel Mobiliar aus dem natürlichen Rohstoff Holz schafefn Gemütlichkeit und erhöhen die Wohnqualität — ©Federico Rostagno – stock.adobe.com

Wer jedoch neue Möbel anschaffen möchte, kann sich beispielsweise an Gütesiegeln orientieren. Eines der ältesten Gütesiegel ist der blaue Engel, welcher Holzprodukte und umweltfreundliche Möbel auszeichnet, oder alternativ das FSC Label speziell für nachhaltige Holzwaren. Schließlich gibt es noch das „Goldene M“ der deutschen Gütegemeinschaft Möbel. Diese Siegel sind nicht nur eine Hilfestellung für den Kauf umweltfreundlicher Produkte, sondern stellen auch sicher, dass die gekauften Möbel eine möglichst geringe Schadstoffbelastung aufweisen. Um bei den verschiedenen Siegeln den Überblick nicht zu verlieren, kann die Beratung beim Möbelhändler zur Orientierung verhelfen. In einer Beratung kann der Kunde dann auch erfragen, ob das verwendete Material zur Steigerung der Energieeffizienz beiträgt. Bestimmte Holzarten können helfen, Energie- und Heizkosten deutlich zu senken, indem sie Wohnraumtemperatur und Klima regulieren. Massivholz trägt beispielsweise zu einem verbesserten Raumklima bei, indem es Luftfeuchtigkeit speichert und wieder abgibt.

Fußbodenbeläge

Für eine umweltfreundliche Einrichtung sind Fußbodenbeläge mindestens so wichtig wie Möbel. Sie sollten emissionsarm sein, einen geringen Schadstoffgehalt aufweisen und gesundheitlich unbedenklich sein. Dies zertifiziert beispielsweise das Öko-Control-Siegel.  Zu diesem Zweck müssen jedoch nicht zwingend Parkettböden verlegt werden. Korkböden oder Bambus sind ebenfalls nachhaltig und optisch ansprechend, außerdem kommen sie der Holzästhetik sehr nahe. Vor allem Linoleum eignet sich als umweltfreundlicher Bodenbelag, da er aus natürlichen Rohstoffen gewonnen wird. Beim Kauf des Fußbodens sind die Details wichtig: Linoleum sollte z.B. möglichst unbehandelt sein. Wer sich entscheidet, einen Fußboden wie Parkett zu verlegen, muss zudem darauf achten, ob Lösemittel dafür benötigt werden. In der Regel gibt es Alternativen zu den eher ungesunden Klebern, z.B. Klickparkett.

Nachhaltige Stromerzeugung & Energie sparen

Beim Thema nachhaltiges Wohnen denken viele Menschen jedoch zuerst an das Thema Energie. Zu Recht, denn neben den zuvor genannten Tipps bieten besonders die Bereiche Stromerzeugung und Energieverbrauch viele Möglichkeiten, umweltfreundlicher zu wohnen und dabei den Geldbeutel zu schonen.

Am sinnvollsten ist es natürlich, gleich zu Baubeginn die nachhaltige Energiegewinnung zu berücksichtigen. Solaranlagen sind die beste Möglichkeit, Strom selbst und ganz ohne CO2 Emissionen zu produzieren. Weiterhin können Solarthermie-Kollektoren zur Warmwasserbereitung und Wärmeproduktion genutzt werden. In Summe ist eine Reduktion der Heizkosten um bis zu 35 % möglich.

Ein immer häufigerer Anblick auf deutschen Dächern: Photovoltaikanlage zur Eneergieerzeugung und Solarthermie-Kollektoren (links oben) zur Warmwasserbereitung in Kombination für optimale Einsparpotentiale — ©skeeze | Pixabay

Eine andere sinnvolle Investition in puncto Heizung ist Erdwärme. Eine Erdwärme-Heizung ist ein System, welches Wärme aus der Erde überträgt und damit das Heizen deutlich umweltfreundlicher gestaltet. Der große Vorteil besteht darin, dass keine fossilen Brennstoffe genutzt werden müssen. Der Betrieb solch einer Anlage ist unkompliziert und die Unterhaltskosten gering. Außerdem eignet sie sich nicht nur für Neubauten, sondern kann auch nachträglich eingesetzt werden. In den letzten Jahren haben sich auch Luftwärmepumpen zum Heizen etabliert. Diese können aber neueren Passivhäuser sogar durch eine in der Anschaffung günstigen Elektroheizung ersetzt werden.

Energie sparen mit geringem Aufwand

Neben dem Einsatz größerer Anlagen gibt es auch weniger aufwändige Optionen, Energie zu sparen. Aktuell sind Thermostate für Heizungen sehr beliebt, mit denen sich nicht nur die Temperatur regeln lässt, sondern auch Heizprogramme einstellen lassen. Einmal hinterlegt, sorgt der Heizplan dafür, dass die Temperatur zur richtigen Uhrzeit passend eingestellt ist. Das spart auf Dauer Heizkosten und sorgt außerdem für mehr Komfort im Alltag. Dieser Komfort wird bei teureren Thermostat-Modellen durch eine Smartphone-Anbindung noch weiter gesteigert.

Fazit

Alles in Allem gibt es viele verschiedene Möglichkeiten sein Zuhause umweltbewusste zu gestalten, sowohl beim Neubau eines Hauses als auch beim Um- oder Nachrüsten von Anlagen oder der Ausgestaltung der Wohnräume. Freuen Sie schon jetzt auf den zweiten Teil der Serie „Green Living“. Dann bringen wir beim Thema Beleuchtung Licht ins Dunkle.

Bildnachweis Titelbild: ©Antonioguillem – stock.adobe.com

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