Über den Sauerstoffgehalt in geschlossenen Räumen

Wir, und vor allem unser Gehirn, benötigen Sauerstoff zum Leben. Wird die Sauerstoff-Zufuhr gänzlich gekappt, sterben bereits nach drei Minuten erste Nervenzellen ab. Weitaus früher treten Vorboten, wie Kopfschmerzen oder Müßigkeit auf. Einen hohen Sauerstoffgehalt im Raum zu halten, ist aber nicht nur für unsere Gesundheit wichtig, sondern auch damit wir uns gut konzentrieren können und nicht zu müde werden.

Wieso ist Sauerstoff für den Menschen so wichtig?

Schon im Kindergarten lernen wir, dass wir Sauerstoff zum Leben brauchen. Aber woran liegt das eigentlich? Wenn wir einatmen, wird Sauerstoff aus der Luft über die Lungen in unser Blut aufgenommen. Über den Blutkreislauf gelangt dieser zu unseren Zellen und Organen. Diese Stoffwechselvorgänge nennt man dann „innere Atmung”. Bei dieser Zellatmung wird Energie erzeugt, die unser Körper unbedingt braucht. Weiterhin wird Kohlendioxid, welches vom Blut zur Lunge transportiert wird, beim Ausatmen in die Umgebungsluft abgegeben. Es wird also der notwendige Sauerstoff gegen Kohlendioxid ausgetauscht. Dieser Vorgang ist wichtig, weil unser Gehirn sonst nicht genügend Sauerstoff bekommt und nicht richtig arbeiten kann. Wenn die Atmung durch die Nase erfolgt, wird die Luft sogar vorab gereinigt, leicht erwärmt und angefeuchtet. Einen Großteil des eingeatmeten Sauerstoffes atmet man jedoch wieder aus, weil das Blut nicht den gesamten Teil aufnehmen kann. In Zahlen sieht das ganze so aus: die eingeatmete Luft beinhaltet 21 % Sauerstoff und 0,03 % Kohlendioxid. Ausgeatmet werden dann 17 % Sauerstoff und 4 % Kohlendioxid.

Wie kommt Sauerstoff in einen Raum?

Durch regelmäßiges Lüften und die normalen Türbewegungen sind wir ausreichend mit Sauerstoff versorgt. In großen Bürokomplexen oder neuen Einfamilienhäusern übernehmen oft auch Lüftungssysteme den Austausch der Raumluft – und das ganz ohne das Öffnen von Fenstern. Ein weiterer Sauerstoff-Lieferant, bzw. Kohlendioxid-Verbraucher sind Pflanzen. Sie verarbeiten zusammen mit Licht und Wasser das vorhandene CO2 zu frischem Sauerstoff (und Glukose). Geht man jedoch davon aus, dass ein Baum drei bis vier Menschen mit Sauerstoff versorgt, kann man sich vorstellen, wie viele Pflanzen man (theoretisch) in seiner Wohnung benötigen würde, um nie mehr Lüften zu müssen. Zusätzlich dienen Zimmerpflanzen übrigens auch als Luftbefeuchter: Fast das gesamte Gießwasser wieder an die Umgebung abgegeben.

Gut für frische Luft in Räumen sind Zimmerpflanzen, wie hier in der Nähe vom Esstisch. — ©tianya1223 | pixabay.com

Warum und wie wird der Sauerstoff in einem Raum verbraucht?

Wie Menschen den Sauerstoffgehalt in einem Raum aufbrauchen, wurde ja bereits anhand von Zahlen erklärt. Aber es gibt auch andere Faktoren, die den Sauerstoffgehalt in geschlossenen Räumen beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Kaminöfen. Da, je nach Ofen, Leistung und Wirkungsgrad, bei der Verbrennung von Holz jede Menge Sauerstoff verbrannt wird, muss eine ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistet sein. Dafür genügen meist schon nicht komplett geschlossene Türen. Einige Öfen besitzen darüber hinaus eine eigene Luftversorgung über ein Rohr zur Außenwand oder dem Schornstein und entziehen dem Raum somit weniger bis keinen Sauerstoff.

Was passiert, wenn der Sauerstoffgehalt in einem Raum unter 21% sinkt?

Unsere Luft enthält ungefähr 20,9 % Sauerstoff. Wenn der Gehalt jedoch unter 18 % sinkt, dann hat das Folgen. Wenn wir einen Raum mit schlechter Luft betreten, können wir uns schlechter konzentrieren und sind weniger aufmerksam. Durch einen hohen CO2-Anteil empfinden wir die Luft jedoch schon vor Erreichen der 18 % als schlecht. Für eine angenehme Atemluft sollte Kohlendioxid die Grenze von 0,1 % nicht übersteigen. In der Luft im Freien sind übrigens nur ca. 0,05 % CO2 enthalten. Aber auch andere Stoffe, wie Ausdünstungen (Menschen, Möbel, Inventar) verschlechtern die Luft und müssen regelmäßig mit frischer Luft ersetzt werden.

Na, müde? Ein erhöhter CO2-Anteil in der Atemluft macht nicht nur Menschen antriebslos. — ©KatinkavomWolfenmond | pixabay.com

Fazit

Wer sich über den Luftaustausch in Wohn- und Arbeitsräumen bewusst ist, läuft kaum Gefahr, die Folgen von zu wenig Sauerstoff oder zu viel Kohlendioxid zu spüren. Stellt man zusätzlich Pflanzen im Zimmer auf, erhöht das die Luftqualität weiter. Tipp: Wer mit vollständig geöffnetem Fenster lüftet, spart ein Vielfaches an Lüftungsdauer im Vergleich zu nur angekipptem Fenster.

Quelle: https://www.wdr.de/tv/applications/fernsehen/wissen/quarks/pdf/Q_Atemlos.pdf

Bildnachweis Titelbild: ©coralimages – stock.adobe.com

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