Klimasteuer für mehr Umweltbewusstsein

In einem vor kurzem auf spiegel online erschienenem Artikel geben Christoph Schmidt, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen, und Ottmar Edenhofer, Antworten auf die möglichen Pläne der Bundesregierung zur geplanten CO2-Steuer. Ziel kann es laut der Studie der beiden nur sein, den CO2-Ausstoß höher zu bepreisen. Dazu komme man um ein europaweites Handelssystem für Emissionen nicht herum.

Im Sektor der Stromerzeugung und Industrie habe man auf diesem Feld bereits gute Fortschritte erlangt, so Schmidt. Hingegen gäbe es im Verkehrs- und Gebäudesektor weiterhin Nachholbedarf.

Ein Szenario sieht vor, die Tonne CO2 von anfangs 50 € bis 2030 auf schätzungswiese  130 € zu erhöhen. Damit einhergehend würde der Literpreis für Benzin nach der Einführung um 14 cent und bis 2030 um 37 Cent erhöht werden. Ein weiteres Beispiel ist eine 80 m² Wohnung mit Gasheizung: Hier würden sich die jährlichen Mehrkosten zur Einführung auf 45 € belaufen, 2030 wären es dann bereits 230 €.

Eine genaue Vorhersage, ab welchem CO2-Preis Verbraucher ihr Verhalten beim CO2-Ausstoß optimieren ist schwer vorherzusagen, so der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer.

Bis zur Einführung eines EU-weiten Systems zum Emissionshandel wird eine Übergangslösung benötigt, da sind sich die Experten einig. Hier muss die Politik aktiv werden und auf nationaler Ebene konkrete Maßnahmen umsetzen. Das Gutachten der Ökonomen lässt allerdings die Ausgestaltung, sprich Umsetzung, offen. Immerhin sollen, nicht zuletzt wegen der Wählergunst, Haushalte mit kleinem Einkommen sowie Pendler nicht zusätzlich belastet werden.

Bis es soweit ist, können kleinen Pakete, wie das Verbot von Ölheizungen oder die Subventionierung beim E-Auto-Kauf helfen, die von der EU geforderten CO2-Einsparungen zu erreichen.

Fazit

Wir meinen: An der Senkung des weltweiten CO2-Ausstoßes führt kein Weg vorbei, um den Klimawandel zu bremsen. Die Politiker hier und anderswo werden nicht umhin kommen, für den Wähler mehr oder minder die Daumenschrauben beim Ausstoß des Klimagases anzuziehen. Dass bei der Stromerzeugung 2019 bereits um die 44 %* des in Deutschland erzeugten Stromes aus regenerativen Quellen stammt, ist in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung und ein gutes Signal für das Heizen mit Strom. Eine gerechte Lösung für private und wirtschaftliche CO2-Emittenten zu schaffen muss das mittelfristige Ziel der Regierung sein, um Deutschland auch weltweit als Vorreiter und Land der Spitzentechnologien zu manifestieren.

Das komplette Interview lesen Sie auf https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/klimasteuer-der-co2-preis-soll-nicht-die-staatskasse-fuellen-a-1276939.html

*Quelle: https://www.bdew.de/media/documents/Stromerz_insges_Vgl_VJ_monatlich_online_o_quartalsweise_Ki_22072019.pdf

Bildnachweis: ©kara | stock.adobe.com

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