Heizkosten sparen durch richtiges Heizen und Lüften

Seit einigen Jahren wird das Wetter immer unbeständiger, sodass eine durchgehende Heizperiode zu bröckeln beginnt. Schnell kommen auf Tage mit angenehmen Plusgraden bereits auch wieder starke Kälteeinbrüche. So kann man durch falsches Heizen eine Menge Geld verlieren und auf den Klimawandel schimpfen oder man nimmt die Herausforderung an. Ein verbessertes Raumklima durch angepasstes Heizen und Lüften ist gut für die Umwelt und schont den Geldbeutel. Nachfolgend gibt es einige Ideen und Tipps, wie man es warm haben kann, ohne jeden Cent drei Mal umdrehen zu müssen.

Sparpotentiale beim Heizen dank smarter und vernetzter Technologie

Auch bei Heizungen hat die Digitalisierung Einzug gehalten: so gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen Möglichkeiten, wie sie sich besser regeln lassen. Mit programmierbaren Thermostaten kann man bestimmte Zeiträume mit einer Soll-Temperatur versehen. So lässt sich einfach ein Heizplan für den eigenen Alltag hinterlegen. Dennoch haben diese Thermostate einen kleinen Nachteil: spontane Anpassungen lassen sich nicht so einfach realisieren, wie bei den vernetzten Geräten.

Smart gesteuert – auch von unterwegs – AeroFlow® Elektroheizungen — Quelle: www.thermotec.ag

Mit Thermostaten, die via Smartphone von Unterwegs regulierbar sind, lässt sich bequem von außerhalb die Temperatur auf den gewünschten Wert einstellen. Noch weiter gehen dann fest installierte Anlagen für Häuser, die nahezu selbstständig Temperatur, Frischluftzufuhr und Luftfeuchte steuern.

Für eine gute Wärmeverteilung im Haus sorgen

Um Energie beim Heizen einsparen zu können, ist eine gezielte Einbringung der Wärme in die Räume dringend notwendig. Um die Wärme optimal entfalten zu können, sollten Heizkörper an der Innenseite der Außenwände angebracht sein. Diese sollten gut gedämmt sein. Unterhalb eines Fensters sorgen sie zudem dafür, dass es kalte Luft von den Fensterflächen schwerer hat, sich in der geheizten Wohnung auszubreiten.

Nachts ist die Temperatur vorzugsweise herunterzudrehen, denn dann schlafen die meisten von uns normalerweise. Auch die Qualität des Schlafes wird durch eine niedrigere Raumtemperatur, die 17°C nicht wesentlich überschreiten sollte, deutlich verbessert. Allein die Senkung der Temperatur um 3°C über Nacht sorgt für eine Kostenreduzierung von bis zu 10%, wie Studien belegen. Dabei ist dieser Kniff so einfach, wie effizient. Weiter gedacht kann man diesen Tipp auch tagsüber beachten, wenn man auf Arbeit ist: Hier sollte die Temperatur allerdings nicht so niedrig gewählt sein, da es sonst am Abend lange dauert und energieintensiv ist, die Räume wieder aufzuheizen. Je nach Raum (Größe, Wunschtemperatur, Anzahl der Außenwände, …) wird tagsüber eine Absenktemperatur von zwei bis maximal drei Grad unter der Wunschtemperatur empfohlen.

Richtig Lüften

Wenn vier Personen in einem Haushalt leben, dann geben sie über die Haut, die Atmung, und den Wasserdampf beim Kochen / Duschen zusammen etwa 10 Liter Wasser am Tag ab. Diese Menge an Wassertropfen muss in der Luft ausgetauscht werden können, denn sonst droht beispielsweise Schimmel. Zum Lufttausch sollte man das Fenster vollständig öffnen. In der kalten Jahreszeit reichen etwa 3 Minuten, welche sich zum Sommer hin ausweiten. Diesen Vorgang sollte man drei bis vier Mal am Tag wiederholen. Zwar kühlt sich die Luft während des Lüftens etwas ab, dennoch ist das Raumklima deutlich besser. Vor zu großen Heizkosten durch Stoßlüften braucht man keine Angst haben, da die Einrichtungsgegenstände viel Wärme speichern und nach dem Schließen der Fenster schnell wieder abgeben.

Auch wenn es draußen weiß ist: Stoßlüften sorft für frische Atemluft und kostet bei richtiger Durchführung wenig Energie — ©blackday | Adobe Stock

Lüften auf „Kipp“ sorgt für sehr langsamen Luftaustausch in der Wohnung. Dadurch geht viel Heizwärme verloren, was einen Anstieg der Heizkosten nach sich zieht. Lüftet man kaum bis gar nicht steigt auch die Gefahr, dass sich Kondenswasser an Fenstern und Außenwänden bildet und sich so die Chancen für die Bildung von Schimmel erhöhen.

Türen schließen – Kosten sparen

Dies gilt besonders für Türen, die zu gar nicht oder wenig beheizten Zimmern führen. Sonst kühlen die beheizten Räume schneller aus und die Heizung springt an. Sobald feuchte warme Luft in kühlere Zimmer eindringt, steigt auch hier die Gefahr, dass sich Kondenswasser an den Außenwänden bildet. In einigen Räumen, wie beispielsweise einer Vorratskammer, sollen auch keine unnötig hohen Temperaturen herrschen. Aus genau diesen Gründen sollte auch das Schlafzimmer direkt nach dem Aufstehen gut gelüftet werden, damit die feuchte Atemluft, die sich durch das Atmen in der Nacht gebildet hat, abziehen kann.

Heizkörper Warten und Entlüften

Heizkörper sollen mindestens einmal im Jahr mit einem speziellen Heizkörper-Entlüftungsschlüssel von Luftblasen befreit werden. Ein Anzeichen dafür ist, dass eine Heizung merkwürdig gluckert oder nicht mehr richtig warm wird. Dann befindet sich zu viel Luft in der Heizung. Bestenfalls wird bereits vor der Heizperiode entlüftet, denn so lassen sich immerhin bis zu 15% an Heizkosten im Vergleich zu einer nicht entlüfteten Heizung einsparen. Auch sollte die Heizanlage einmal im Jahr durch einen Heizungsinstallateur gewartet werden, denn bei richtiger Einstellung von Brenner und anderen Komponenten spart man nochmals bis zu 5% an Heizkosten.

Eine weitere Schwachstelle kann eine alte Heizpumpe sein. Alte Modelle verbrauchen enorme Mengen an Energie, weshalb sich bei Modellen, die älter als 10 Jahre sind, ein Tausch lohnen kann. Durch diese Maßnahme lassen sich im Jahr nochmals bis zu 130 Euro an Kosten einsparen. Moderne Heizpumpen verbrauchen ca. 100 Kilowattstunden weniger im Jahr.

Dichtungsband für Türen und Fenster gibt es in vielen Farben und Formen für ein paar Euro im Baumarkt. Günstiger Energie sparen geht nicht. — ©Petr Necas | Adobe Stock

Sind die Fenster und Türen dicht?

Mittlerweile sind sogar 3-fach verglaste Fenster der Standard bei Neubauten, doch bringt alle Effizienz nichts, wenn der Rahmen nicht auch dicht ist. Daher lohnt sich auch für neue Fenster ein Test auf Zugluft. Oft ist der Rahmen nicht zu 100% dicht und dann entweicht Wärme unbemerkt aus der Wohnung. Absolut dichte Fensterrahmen können im Zusammenspiel mit den richtigen Fenstern eine Ersparnis von bis zu 30% bei den Heizkosten bewirken. Ist der Rahmen undicht, lässt sich dies aber meist leicht mit neuen Dichtungen und einer erneuten Justierung der Scharniere beheben. Auch für Türen gilt, dass sie dicht sein sollten – besonders Haus- und Terrassentüren. Wenn kalte Luft unter der Tür hindurch kommt empfiehlt sich eine Bürstendichtung am Türblatt oder ein einfacher Zugluft-Stopper, der vor die Tür gelegt wird.

Alt aber wirkungsvoll: Eingegrollte Decke vor zugigem Fenster — ©Ingo Bartussek | Adobe Stock

Fazit

Mit vielen kleinen Kniffen und wenigen kleinen Ausgaben sowie dem durchdachten Umgang beim Lüften können bereits hohe Summen für die Heizkosten eingespart werden. Für alle, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, kann mit einer eigenen Solaranlage Strom für den Eigenverbrauch erzeugen werden. Damit lässt sich auch bei schlechter Dämmung umweltfreundlich mit Strom vom eigenen Dach heizen oder Wasser erwärmen.

Bildnachweis Titelbild: ©pictworks | Adobe Stock

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