Ein kleiner Ratgeber für Luftentfeuchtung und Luftbefeuchtung

Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen beeinflusst unterschiedlichste Faktoren und ist somit für ein ausgewogenes Raumklima von erheblicher Relevanz.  Einerseits sorgt die richtige Luftfeuchte für einen angenehmen und gesunden Aufenthalt in den eigenen vier Wänden, auf der anderen Seite können durch den passenden Wasseranteil in der Luft eventuell auftretende Schäden an Wänden und der Bausubstanz verhindert oder zumindest reduziert werden. Daher ist ein angenehmes Raumklima für die Bewohner sowie für die Bausubstanz existenziell wichtig und verdient die entsprechende Aufmerksamkeit. Im Folgenden wird aufgeführt, auf welche Art und Weise man in seinen eigenen vier Wänden die Luftfeuchtigkeit beeinflusst und welche Konsequenzen sich ergeben, wenn diese zu hoch oder zu niedrig ist, d.h. der Raum zu trocken oder zu feucht ist. Häufig reicht schon schlechtes Raumklima in einem der Räume aus und schon wirkt sich dieses auf das Wohlbefinden aus. Um das zu verhindern, sollten die nachfolgenden Punkte als Orientierung angesehen werden und entsprechend Berücksichtigung finden. Als wesentliche Methoden gibt es unter anderem die zwei „Stellrädchen“ Raumentfeuchtung und Raumbefeuchtung.

Grundlagen

Die relative Luftfeuchtigkeit wird in Prozent angegeben und gibt an, wie viel Wasserdampf des maximal möglichen Dampfes aktuell in der Luft enthalten ist. Im Gegensatz dazu gibt in g/m³ die absolute Feuchte Auskunft über den tatsächlichen Wasserdampfgehalt, der in der Luft enthalten ist. Luft kann nur eine bestimmte Menge Wasserdampf aufnehmen. Diese ist maßgebend von der Temperatur abhängig. Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme Luft. Erwärmt sich kalte Luft, kann diese mit zunehmender Temperatur mehr und mehr Wasser aufnehmen.

Lüften als Basis der Luftfeuchteregulierung

Damit sich ein angenehmes Raumklima  auch in Ihren eigenen vier Wänden ausbreiten kann, ist regelmäßiges Lüften von existenzieller Bedeutung. Ohne Lüften, ist ein gesundes Raumklima nicht zu erreichen. Selbst moderne Technik, wie beispielsweise Luftreiniger oder Luftwäscher haben nicht einen solchen Nutzen wie frische Luft von Außerhalb. Dabei besitzt Frischluft den Vorteil, dass diese weder Kosten noch andere negative Aspekte mit sich bringt. Tipp für Allergiker: mittlerweile gibt es Insektengitter, die beim Lüften sogar Pollen abhalten. Für das Lüften müssen ausschließlich die Fenster geöffnet werden und schon ist ein Teilaspekt für eine Raumentfeuchtung erfüllt. Selbst wenn draußen regnet und die eingeströmte Luft  bereits einen hohen Wasseranteil enthält, kann sie beim Erwärmen im Raum zusätzlich Wasser aufnehmen. Feuchtwarme Luft hingegen, kann gerade im Sommer vermehrtes Schwitzen bei Menschen hervorrufen.

RaumOptimale TemperaturOptimale Luftfeuchtigkeit
Wohnräume & Arbeitsräume21 °C40 – 60 %
Schlafzimmer16 – 18 °C40 – 60 %
Kinderzimmer20 – 22 °C40 – 60 %
Küche18 – 20 °C50 – 60 %
Badezimmer22 – 23 °C50 – 70 %
Keller10 – 15 °C50 – 65 %

Luft in verschiedenen Wohnräumen

Im Badezimmer beispielsweise, kann die Luftfeuchtigkeit höher sein als in allen anderen Räumen. Dieses liegt am eingebrachten Wasser durch Dampf von Dusche und Badewanne sowie aus Handtüchern, die über den Tag verteilt durch Verdunstung beim Trocknen ihr Wasser an die Luft abgeben. Trotzdem empfinden viele Menschen im Badezimmer einen leicht erhöhten Wasseranteil in der Luft angenehm. Wussten Sie eigentlich, dass im Bad die Staubbelastung besonders gering ist? Gerade beim Duschen oder Baden setzen sich die vielen Wassertröpfchen am Staub ab und lassen ihn dadurch zu Boden sinken. Übrigens: Zu hohe Luftfeuchtigkeit im Bad lässt über die Jahre nicht geeignete Möbel von den Kanten her aufquellen, bspw. einfach furnierte MDF-Spanplatten. Achten Sie beim Badmöbel-Kauf auf diesen Umstand.

Anders sieht es aus, wenn eine solch hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer oder auch im Wohnzimmer vorherrscht. In diesem Fall würde man schnell zu schwitzen beginnen, welches für die Meisten als unangenehm wahrgenommen wird. Im Schlafzimmer kann dies bis hin zu Schlafstörungen führen, im Wohnzimmer wird zu hohe Luftfeuchtigkeit als unschön empfunden. Dahingehend empfiehlt sich eine eher geringe Luftfeuchtigkeit, die durch das entsprechende Lüften auch im Winter immer wieder gesenkt werden sollte.

Gesundheits- sowie Bausubstanzschädlich

Sowohl eine zu hohe als auch eine zu geringe Luftfeuchtigkeit kann sowohl Auswirkungen auf die Gesundheit als auch auf die Bausubstanz haben. Bei der Wasseraufnahme und – abgabe sowie der Wasserdurchlässigkeit verhalten sich verschiedene Mauerwerke und Verkleidungen, wie Trockenbau, Ziegel, Rauputz, Granit oder Holz, übrigens ganz unterschiedlich. Bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit kann sich sehr schnell Schimmel bilden, der einerseits der Gesundheit schadet, andererseits die Bausubstanz schädigt. Besonders Badezimmer und Küche sind besonders gefährdet. Mit ein paar Maßnahmen wie Lüften oder bei Bedarf dem Einsatz von Luftentfeuchter lässt sich jedoch die Chance auf Schimmel deutlich reduzieren.

Wie entsteht eigentlich Schimmel? Er entsteht entweder durch permanent zu hohe Luftfeuchtigkeit oder durch in der Luft enthaltenes Wasser, das sich beim Abkühlen an kalten Wänden absetzt. Trocknet dieses Kondenswasser an der Wand zu langsam oder nicht ab, bildet sich Schimmel.

Luftentfeuchter sind ein praktisches technisches Hilfsmittel, um die absolute Luftfeuchtigkeit innerhalb der Räume zu senken. Die Luftentfeuchter werden besonders in Altbauten oder feuchten Räumen verwendet, wo generell viel Wasser in der Luft vorhanden ist. Kleine Modelle funktionieren mit einem sog. Peltier-Element, größere Varianten enthalten einen Kühlkreislauf ähnlich der im Auto verbauten Klimaanlage. In beiden Fällen arbeiten sie mit Lüftern, welche ein gewisses Rauschen verursachen. Gute Geräte filtern die Luft, um die Staubaufwirbelung zu minimieren.

Gemessen wird die relative Luftfeuchte ganz einfach über Hygrometer. Diese gibt es seit ein paar Jahren auch in digitaler Form und kleiner Bauweise für wenig Geld. Einige Luftentfeuchter zeigen diesen Wert sogar an oder bieten einen Zielwert, bei der sich die Geräte selbstständig abschalten.

Trockene Luft in Wohnräumen

Ein anderes Problem ist eine zu geringe Feuchtigkeit in der Luft. Rötungen der Augen, juckende Haut aber auch Schleimhautreizungen können die Folge sein. Dagegen können Luftbefeuchter in unterschiedlichsten Bauweisen helfen. Sie geben in kleinen Mengen Wasser in die Luft und sorgen für bessere Atemluft. Besonders beliebt sind Ultraschall-Luftbefeuchter. Sie sorgen gerade in den Wintermonaten in stark beheizten und damit tendenziell zu trockenen Zimmern für den nötigen Wasseranteil.

Optimale Luftfeuchte

Die aufgeführten Faktoren zeigen auf, wie wichtig eine ausgewogene Luftfeuchte in den Räumen ist. Hygrometer zeigen kostengünstig und schnell suboptimale Luftfeuchtigkeit an und man kann mit den genannten Maßnahmen entgegenwirken. Geringe Schwankungen der Luftfeuchte treten übrigens in allen Räumen auf.

Genauso wichtig wie eine gesunde Luftfeuchte ist die Temperatur, da diese die Wasseraufnahmefähigkeit der Luft beeinflusst.

Fazit

Eine Kombination aus einer gesunden Luftfeuchtigkeit, einer entsprechenden Raumtemperatur und dem Lüften der Räume beeinflusst das Raumklima wesentlich. Ein gesundes Raumklima sorgt für eine bessere Gesundheit und schützt die Bausubstanz.

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