Staubverschwelung – gesundheitsschädlich, aber vermeidbar

Um eine adäquate Versorgung mit Wärme zu gewährleisten, sind einzelne Materialien, Anlagen und Gerätschaften idealerweise präzise aufeinander abgestimmt. Im Zweifelsfall kann eine falsche Konstruktion nicht nur ein unangenehmes Gefühl verursachen, sondern sogar die Gesundheit beeinträchtigen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Staubgehalt in der Luft. Gelangen zu viele der feinen Partikel in den Raum, greifen sie die Schleimhäute im Rachen und im Hals an. Zusätzlich verbrennen diese Stäube an zu heißen Heizelementen zu noch feineren Partikeln und können schwere Krankheiten auslösen.

Staubverschwelung – was ist das eigentlich?

Der größte Einflussflaktor für verschwelte Staubpartikel ist die Oberflächentemperatur der jeweiligen Heizfläche bzw. der Heizelemente. Bei einer zu hohen Temperatur werden im Zuge der sogenannten Staubverschwelung Staub verbrannt und toxische Gase sowie mikroskopisch kleine Partikel freigesetzt. Insbesondere zu Beginn der Heizperiode nach dem Sommer riecht es dann häufig etwas verkohlt im Gebäude – der Staub „verbrennt“ und die belastete Luft zirkuliert durch den Anstieg der Temperatur. Die Luftschadstoffe greifen neben Mensch und Tier auch Pflanzen an. Bei einigen Heizgeräten, wie bspw. Radiatoren, Heizlüftern und Konvektoren hält dieser Effekt sogar über die komplette Heizsaison an, da diese bauartbedingt die Luft durch sehr hohe Temperaturen am Heizelement erhitzt.

Staubelastung und Staubverschwelung: Gefahr im Innenraum höher

Im Allgemeinen gilt: Die Staubelastung im Innenraum ist in der Regel höher als im Außenbereich. Dieser Aspekt führt die Wichtigkeit einer kontrollierten Belüftung und Beheizung noch einmal deutlich vor Augen. Die Staubverschwelung ist im Übrigen auch der Grund, warum sich die Warmwasserheizung gegenüber der Heißwasserheizung durchgesetzt hat. Bei einer adäquaten Zirkulation des Wassers können die Temperaturen hier niedriger gehalten werden, sodass es gar nicht erst zu einem allzu starken Temperaturanstieg kommt. Auch Elektroheizungen, wie die Flächenspeicherheizungen von AeroFlow, setzen sich immer mehr gegen den technisch veralteten Radiatoren und Heizlüfter durch. Diese sind so konstruiert, das die Oberfläche zwar zwischen 65°C und 100°C warm wird, jedoch strömt die Luft so zügig daran vorbei, dass sich die Staubteilchen nicht bis zur Verschwelungsgrenze erwärmen können. Neben der Heizungswahl lässt sich die Staubbelastung und die Gefahr einer Staubverschwelung im Innenraum mit einer Reihe von Maßnahmen aktiv beeinflussen.

Elektroheizungen von AeroFlow® mit optimierter Luftströmung in den Lamellen und geringer Oberflächentemperatur verhindern Staubverschwelung

Bodenbelag: Ein wichtiger Faktor für die Freisetzung von Staub

Die Wahl der Textilien und Bodenbeläge übt einen wesentlichen Einfluss auf die Staubbelastung in den eigenen vier Wänden aus. Idealerweise setzen Hausbesitzer bei Fußbodenbelägen nicht auf Kunst- und Naturfasern, weil diese in der Regel deutlich mehr Staub freisetzen. Besser eignen sich Korkböden oder eine Holzdielung. Kokos- und Sisalbeläge sind aus gesundheitlicher Sicht ebenfalls durchaus zu empfehlen. Bei Fliesen und Steinzeugbelägen sollte zudem über eine Fußbodentemperierung nachgedacht werden.
Bei diesen glatten Fußböden muss jedoch häufiger der Staubsauger zum Einsatz kommen, da der Hausstaub nicht wie bei Teppichen zu einem gewissen Anteil gebunden wird.

Auf die Heizungsanlage kommt es an

Lamellenbuerste für AeroFlow® ElektroheizungenWie bereits erwähnt, hängt die Gefahr einer Staubverschwelung eng mit den Heiztemperaturen zusammen. Die Art der Wärmeverteilung, also ob es sich um eine Fuß- bzw. Wand/-Bodenheizung handelt oder separate Heizkörper die Temperatur regulieren, ist ebenso entscheidend. Besonders kleine Heizkörper verwirbeln sehr stark die Luft und entwickeln schneller heiße Temperaturen auf der Oberfläche. Genau deshalb kommt es in diesem Fall um einiges schneller zur Staubverschwelung. Eine niedrige Staubverwirbelung verursachen hingegen Heizkörper mit einer größeren Heizfläche, da diese geringere Oberflächentemperaturen besitzen. In Bezug auf die Staubverschwelung ist der größte Vorteil, dass diese Variante mit niedrigen Heiztemperaturen betrieben werden kann. Entsprechend sinkt die Gefahr eines allzu großen Temperaturanstieges der Staubpartikel, und damit ist eine Staubverschwelung ausgeschlossen. Um Staubgeruch und Staubverwirbelung einzudämmen, ist es außerdem sinnvoll, die Oberfläche der Heizkörper regelmäßig zu reinigen. Die gilt auch für die Lamellen in Heizkörpern. Dabei hilft eine Heizkörper-Reinigungsbürste, deren weiche Borsten den Staub in den Heizkörper lösen. Die meisten Heizkörper sind von innen sehr schwer oder gar nicht zu reinigen. Ganz anders die AeroFlow-Geräte, bei denen die Bürste eigens für den Heizkörper konzipiert wurde und die 30 mm hohen Lamellen die geeignete Größe zur Reinigung aufweisen. Die obere Abdeckung des Heizkörper kann dabei ganz einfach abgenommen werden, da diese nicht wie bei anderen Heizung verpresst ist.

Besonders gefährdet: Passivhäuser

So nachhaltig die Idee eines Passivhaus ist, bei der konkreten Umsetzung muss dennoch einiges beachtet werden. Aufgrund der geringen Heizlast genügt es zumeist, das Passivhaus über die Lüftungsanlage zu beheizen. Dieses Unterfangen setzen die Experten in der Regel mit einem elektrischen Nachheizregister, einer integrierten Wärmepumpe oder einen Wasser-Luft-Wärmeüberträger um. Bei der elektrischen Variante ist die Temperatur insbesondere am Gerät selber sehr hoch. Exakt ab 52 Grad setzt die Staubverschwelung ein. Die Zuluft sollte allgemein niemals auf über 50 Grad aufgeheizt werden: Die Folge wären Geruchsbelästigungen, eine trockene Luft im Innenraum und Zugerscheinungen – ganz abgehsehen von den gesundheitlichen Bedenken. Da dieser Umstand bei allen Passivhäusern auftrifft, berücksichtigen die Planer ihn im besten Fall bereits im Vorfeld der Planung.

Gerade im im Winter lagern sich Staub und verbrannte Staubpartikel gut sichtbar auf Zimmerpflanzen ab ©bluedesign | Fotolia

Problem bei Ofenanlagen ebenfalls vorhanden

Auch im Bereich der Ofenanlagen und Kamine besteht unter gewissen Umständen die Gefahr einer Staubverschwelung – zumindest bei der Warmluftalternative. Ein Warmluftkamin setzt sein Hauptaugenmerk auf die maximale und schnelle Heizleistung. Über die Glasscheibe und das Lüftungssystem gibt er direkt Energie an den Raum ab. Sein Wirkungsgrad wird lediglich vom Heizkamin übertroffen. Warmluftkamin, Heizkamin und Warmluftkachelofen beruhen allesamt auf dem Prinzip der Warmluft, in dem sich kühlere Raumlauft an heißen Oberflächen erwärmt. Dank diesem Umwälzverfahren lassen sich selbst größere Räumlichkeiten mit Energie versorgen. Trotz dieser Vorteile besteht hier eine nicht zu unterschätzende Gefahr der Verschwelung. Die trockene Luft und Staubumwälzung lösen ein unschönes Gefühl aus. Besonders bei Öfen mit größeren Metallflächen heizt sich die Oberfläche derart auf, dass bei ihnen fast immer zur Staubverschwelung kommt. Aus diesem Grund sollte der Metallanteil bei Öfen möglichst niedrig gehalten werden.

Fazit

Mit durchdachter Planung und der richtigen Geräteauswahl kann einer Staubverschwelung entgegenwirkt werden. Es lohnt sich also im Vorfeld, sich über Staubverwirbelung und Temperaturen auf der Oberfläche des Heizkörpers zu informieren. Mit der richtigen Konzeption lässt sich die Gefahr einer Staubverschwelung auf ein Minimum reduzieren, selbst bei den besonders gefährdeten Passivhäusern. Elektroheizkörper mit ihren geringen Oberflächentemperaturen und der ausgewogenen Luftströmung verhindern diesen Effekt vollständig. Im Zweifelsfall lohnt es sich in diesem komplexen Feld auf jeden Fall, einen Experten zu Rate zu ziehen, der die jeweilige Raumsituation professionell einschätzen kann.

Bildnachweis Titelbild: Ölradiator: ©sp4764 | Fotolia ; Heizlüfter: ©Kramografie | Fotolia

Tags: Luft
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